| Das "netzwerk junge ohren" |
|
|
|
Das „netzwerk junge ohren“
Inzwischen sprießen allerorten Projekte dieser Art. Kinder und Jugendliche wurden nicht nur als „Publikum von morgen“ entdeckt, sondern auch als wichtige Zielgruppe der Gegenwart. Allein im Gefolge zunehmender gesellschaftlicher Relevanz der kulturellen und insbesondere der musikalischen Bildung machen sich Theater, Orchester und andere Musik-Institutionen Gedanken darüber, wie sie ihre Inhalte ans Kind bringen können. Höchste Zeit also, diese oftmals im Verborgenen blühenden Projekte und Pläne zu bündeln und erneut den Versuch zu unternehmen, sie zu vernetzen. Dies hat sich das „netzwerk junge ohren“(njo) auf die Fahnen geschrieben, das seit November 2007 in der Landesmusikakademie Berlin angesiedelt ist. Geschäftsführerin Ingrid Allwardt und ihre Mitarbeiterin Katharina Schwanzer arbeiten unter Hochdruck am Aufbau eines Netzwerks, welches man in diesem Falle mehrdeutig verstehen darf: Zunächst ein virtuelles Netz, soll es darüber hinaus die Teilnehmer und Akteure auch auf weiteren Ebenen vernetzen, sie persönlich in Kontakt bringen und damit zur Qualifizierung jeglicher Musik für Kinder und Jugendliche beitragen. „Hinter dem Netz im Netz steht noch ein anderes Netz“, formuliert es denn auch Ingrid Allwardt, die vorher als Konzertdramaturgin praktische Erfahrungen sammeln und diese am Lehrstuhl „Phänomenologie der Musik“ an der Uni Witten/Herdecke theoretisch untermauern konnte. Die im Internet geschaffenen Strukturen sollen nicht im virtuellen Raum verschwinden, sondern vielmehr im realen sich konkretisieren. Wie sieht die Struktur des Vereins „netzwerk junge ohren“ aus? Wer steht eigentlich dahinter? Initiatoren waren die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) und die Jeunesses Musicales. Beide teilten die Überzeugung, dass aus dem erfolgreichen Start im Jahr 2000, der aus Finanzierungsgründen dann nicht weitergeführt werden konnte, etwas Neues erwachsen müsse. Ein Konzept entstand, dem eine zusätzliche Anschub-Finanzierung durch die GVL folgte. Dadurch wurde die Anmietung der Berliner Büroräume und die Einstellung zweier Mitarbeiterinnen möglich. Langfristig soll sich das njo aber selber tragen. Denn neben den eigentlichen Vereinsmitgliedern, zu denen außer den beiden Initiativ-Verbänden auch der Verband der Musikschulen, der Bundesverband Musikindustrie, der Deutsche Musikverlegerverband, der Schweizerische Musikerverband sowie die Sektion Musik der Kulturgewerkschaft Österreich gehören, soll eine unbegrenzte Zahl von (zahlenden) Teilnehmern dem Verein nicht nur zum Leben verhelfen, sondern auch für die nötige finanzielle Grundausstattung sorgen. Teilnehmer können dabei sowohl Einzel-, als auch juristische Personen werden: im Grunde jeder, der sich im bisher recht unübersichtlichen Feld der Kinder- und Jugendmusik tummelt. Dazu gehören Theater, Orchester, Verbände und Vereine, Verlage, Konzertveranstalter oder freie Initiativen ebenso wie Komponisten und Interpreten. Sie alle können sich, sobald sie Teilnehmer sind, selbst in der geplanten Datenbank darstellen. Für Komponisten, die im Bereich „Musik für Kinder“ aktiv sind, ist dies allemal ein interessantes Angebot, um ihre Aktivitäten bekannt zu machen und neue Kontakte zu knüpfen. Um der Unübersichtlichkeit Herr zu werden, will das Netzwerk die „Profile“ und „Projekte“, die jeder einzelne Teilnehmer anmelden kann, sortieren und transparent im Internet präsentieren. Neben dem Profil- und Projektteil enthält das Internetportal auch einen Magazinbereich, der zentral redaktionell betreut wird, Informationen und Nachrichten vermittelt, auf Veranstaltungen, ggf. auch auf offene Stellen hinweist. Dazu gehört auch die Präsentation von „Best Practice-Modellen“, die Impulse in Richtung Qualitätsverbesserung musikvermittlerischer Praxis geben sollen. Bestes Instrument dafür ist der „junge ohren preis“, der ab 2008 vom njo ausgerichtet wird. Dort können sich Orchester und Theater mit ihren musikalischen Kinderprojekten bewerben. Eine Jury wählt daraus die besten aus. Das „netzwerk“ selbst will weniger selbst pädagogisch tätig werden, sich vielmehr mit Hilfe seiner Teilnehmer zur „kulturpolitischen Stimme, die gehört wird“, entwickeln. |
| < zurück | weiter > |
|---|



