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Freitag, 10. September 2010
 
 
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Landesverband Thüringen

Internationales Kulturfestival Junge Kunst
30. Juli – 15. August 2008
im Christus-Pavillon, Kloster Volkenroda
Peter Helmut Lang

Ein Rückblick

Das Internationale Kulturfestival Junge Kunst fand im August diesen Jahres zum 2. Mal statt und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Komponistenverband, Landesverband Thüringen, vorbereitet und durchgeführt. Es standen viele zeitgenössische Komponisten auf dem Programm und das Festival zählte rund 900 Zuschauer und Zuhörer.
Zahlreiche Presseartikel und der anwesende Deutschlandfunk lassen den künstlerischen Leiter, Peter Helmut Lang, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen des DKV, resümieren: „Ein voller Erfolg!“.

Mit über 9 Minuten anhaltendem Applaus und etlichen Verbeugungen ging das Internationale Kulturfestival Junge Kunst im Christus-Pavillon Kloster Volkenroda am 15. August zu Ende. Den Abschluss bildete eine Veranstaltung der ganz besonderen Art: Die Performance-Theatergruppe Compagnie Aquanaut präsentierte am 15. August unter dem Titel ART!stik-LABOR ein Körpertheater, das Pantomime, zeitgenössischen Tanz und atemberaubende Luftartistik mit den ungewohnten Klängen zeitgenössischer Musik junger Komponisten verband. Die Musiker des Ensemble Marges spielten nicht nur hervorragende Interpretationen, sie waren auch als Darsteller eingebunden in die Choreographien des Spaniers Jordi L. Vidal. Ob sie während Diego Uzals Stück Nachklang wie schiefe Türme von den Artisten aufgestellt und gestützt wurden oder den Noten hinterherlaufend in Tanzschritten geführt wurden – immer bildeten Musik und Bewegung eine ästhetische Einheit auf der Bühne, wobei auch verblüffende bis skurrile Momente nicht fehlten.

Mit dem Aeolian Trio bestehend aus Pascal Gallois, Peter Veale und Carin Levine waren 3 Vertreter der internationalen Spitze der Neuen Musik während des Festivals anwesend. Die jungen Komponisten Michael Jordan, Meng-Chia Lin, Björn Raithel, Gerald Resch und Benjamin Schweitzer hatten eine Ausschreibung gewonnen und erhielten somit die Möglichkeit,  an einem Workshop mit dem Trio teilzunehmen. „Ich glaube, dass es für alle Beteiligten ein wirklich sehr schönes und intensives Wochenende und ein inspirierendes Erlebnis war, mit dem Aeolian Trio zu arbeiten!“ bestätigt Björn Raithel das Konzept des Jungen Deutschen Komponistenforums. Das Ergebnis der gemeinsamen Probenphase wurde am 10. August im Konzert präsentiert, ein Ereignis, über das der Deutschlandfunk berichtete.

Dass der Christus-Pavillon architektonisch beeindruckend ist, wissen alle, die ihn bereits auf der EXPO 2000 gesehen haben. Dass aber auch das ganze Gelände des Klosters Volkenroda ein Kleinod ist, das die Spannung zwischen uralten Gemäuern und Glas-Stahl-Konstruktionen zu einem besinnlichen Raum zu verbinden schafft, fasziniert viele Besucher. So auch Lothar Voigtländer, der vom Ort angetan, die Aufführung seiner Komposition „FOU avec contrebasse“ anregte. Ein Kontrabassist (Matthias Bauer) schwebt in der Dunkelheit auf dem Wasser des Taufteiches inmitten der Klosteranlage, sein Spiegelbild wird vom Wasser reflektiert, hinter und über ihm blitzen die Funken bunter Feuerwerkskörper und aus vier Lautsprechern um den Teich wird das ganze Gelände beschallt. Diese Klänge und Bilder vergisst niemand so schnell, der dabei war. Die Aufführung der Komposition Voigtländers  bildete den Abschluss und Höhepunkt des Multimedialen Nachtkonzerts, bei dem außerdem das via nova Ensemble und der Live-Video-Künstler Steffen Koch auftraten.

Ein Recital des Ausnahmekünstlers Burkhard Glaetzner, einer der großen Oboisten unserer Zeit,  zeigte,  wie emotional man auch Neue Musik interpretieren kann. Eine Aufführung des Theaterprojekts „reisen“, bei dem der ehemalige Festivalinitiator, Friedemann Felger, Regie führte, und ein Konzert des MDR-Musiksommers mit dem Bensmann-Trio rundeten das Programm ab.

9. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik
Johannes K. Hildebrandt

Vom 13.-17. Mai 2008 fanden zum 9. Mal die Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik statt. Veranstalter war der via nova – zeitgenössische Musik in Thüringen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Komponistenverband Landesverband Thüringen. Auf dem Programm standen über 60 Komponisten in 11 Konzerten mit 26 Ur- und Erstaufführungen. Zusätzlich gab es ein buntes Programm an Workshops, Kursen und Vorträgen.
Das Eröffnungskonzert mit dem Londoner Uroboros-Ensemble, welches unter der Leitung von Gwyn Pritchard Werke aus Großbritannien und Deutschland präsentierte, begeisterte das Publikum und versprach Großes für die Festivalwoche, auf welcher die Auftritte von L’art pour L’art, Dauprat-Hornquartett, Ensemble via nova, Carin Levine, des Berliner Vokalensembles Ars Nova unter der Leitung von Sabine Wüsthoff, Ensemble Marges u.v.a. folgten.
Mit dem Umzug des Abschlusskonzertes ins Volkshaus Jena wagte sich das junge Festival erstmals über die Stadtgrenzen der Kulturstadt Weimar hinaus. Der Abend selbst umfasste mit seiner dreiteiligen Gliederung ein buntes und kontrastreiches musikalisches Programm. Ein wichtiges Anliegen der Weimarer Frühjahrstage ist die Heranführung junger Menschen an die Neue Musik, so präsentierten zunächst Schüler der Musik- und Kunstschule Jena als „Vorgruppe“ Werke junger Komponisten und wurden dabei mit Beifallsstürmen belohnt. Als Höhepunkt folgte das Preisträgerkonzert des international ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbs für Orchester, welches von der Jenaer Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Markus L. Frank souverän erarbeitet wurde. Beendet wurden die 9. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik mit einer Neuerung: Erstmals integrierte das Festival Jazz in sein Programm und so klang eine erfolgreiche Festivalwoche mit den Tönen des großen Jazz-Trompeters Manfred Schoof und seiner Band aus.
Wie schon im letzten Jahr wurde mit der „Jungen Werkstatt“ ein dreitägiger Kompositionsworkshop für Kinder und Jugendliche angeboten, welche auf diese Weise den direkten Kontakt zu Komponisten fanden und kreativ werden konnten.
Mit großem Interesse wurde der Vortrag von Dr. Jürgen Brandhorst  erwartet. Der Einführung in die Arbeit der musikalischen Urheberrechtsgesellschaft wohnte eine große Anzahl von Studenten und Interessierten bei.
Anlässlich der 9. Weimarer Frühjahrstage wurden zwei Kompositionswettbewerbe für Kammermusik- und Orchesterkompositionen international ausgeschrieben. Von den zahlreichen qualifizierten Einsendungen wurden Werke von Nina Šenk, Lin Wang, Christian Theil und Erik Janson (Kammermusik) sowie von Cécile Marti, Pei-Yu Shi und Peter Köszeghy (Orchester) ausgewählt und während der Festivalwoche mit den anwesenden Komponisten als Konzertprogramm erarbeitet.
Der Jury gehörten an: die Komponisten Gwyn Pritchard,  Prof. Lothar Voigtländer, Johannes K. Hildebrandt und Peter Helmut Lang, der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Albrecht von Massow, der Dirigent der Jenaer Philharmonie Markus L. Frank sowie mit jeweils einer Stimme die ausführenden Klangkörper.
Die Jury entschloss sich für einen Ersten sowie drei Dritte Plätze (Kammermusik): 1. Preis für Nina Šenk, 3. Preise für Lin Wang, Erik Janson, Christian Theil, sowie für einen Zweiten sowie zwei Dritten Preisen (Orchesterkomposition): 2. Preis für Cécile Marti, 3. Preise für Pei-Yu Schi und Peter Köszeghy.
Das Konzert mit dem Uroboros-Ensemble wurde mitgeschnitten und von mdr-figaro gesendet. Außerdem zeichnete der Deutschlandfunk einen Querschnitt der Konzerte auf.
Die 10. Weimarer Frühjahrstage sind vom 14.-18. April 2009 geplant, für die auch wieder zwei Kompositionswettbewerbe ausgeschrieben wurden. Informationen unter www.via-nova-ev.de  und der Rubrik „Wettbewerbe“ in dieser Ausgabe der INFORMATIONEN.

 
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